2
Band 10

Theodor Warner
Musische Erziehung zwischen Kult und Kunst
Revidierte und kommentierte Neufassung der Erstauflage von 1954 – eine Studienausgabe für Lehrende und Lernende.
Mit einem Vorwort von Christoph Richter

Inhalt:
Theodor Warners Buch gehört seit Jahrzehnten zu den bedeutenden Schriften der wissenschaftlichen Musikpädagogik. Insbesondere im Zuge der Auseinandersetzung mit der Jugendmusikbewegung wurde es stets als gewichtiger Beitrag in die Waagschale geworfen. Wenn es nunmehr neu erscheint, so aus dem Grund, dass das, was bis in die 1980er-Jahre präsent war, nunmehr in Gefahr läuft, im Bewusstsein vieler Musikpädagogen zu verblassen. Dies wäre umso bedauerlicher, als diese Schrift aus dem Fundus von Zeitbedingtem und Mediokrem weit herausragt. Wenn Warner auch für heutige Verhältnisse noch viel Wesentliches zu sagen hat, so bleibt dennoch zu konstatieren, dass seine Schrift dem Leser nicht unkommentiert übergeben werden kann, da viele Personen und Sachverhalte nicht mehr als bekannt vorausgesetzt werden können. Zu diesem Zweck wurde der Hauptteil durch drei im Anhang wiedergegebene Texte ergänzt, die wichtige Aspekte des Warner‘schen Buches und seines Denkens aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verdeutlichen. Die Bedeutung dieser Neuausgabe als einer wichtigen Station in der Geschichte der neueren Musikpädagogik wird dadurch erheblich erhöht. Der Anhang enthält:

  • die Rezension von Warners Buch durch Kurt Sydow (1954),
  • einen Bericht Theodor Warners mit dem Titel „Wie ich Georg Götsch begegnete“ (1969) über die zeitweise Lebensgemeinschaft mit Georg Götsch sowie seinen zum Teil selbstkritischen
  • Vortrag „Musische Bildung – ein Gespenst?“, den Warner mehrfach, u. a. in Münster und Detmold, gehalten hat, abgedruckt in der Zeitschrift für Musikpädagogik (1978).

Merkmal der Neuedition im Sinne von Studienausgabe ist des Weiteren die umfangreiche Kommentierung des Verlegers in Fußnoten, durch die historische und geistesgeschichtliche Bezüge hergestellt werden. Darüber hinaus wird das Wirken von Personen, welche die Jugendmusikbewegung prägten, ohne in deren Fokus zu stehen, dargestellt. So wird die an sich schon anspruchsvolle Schrift auch für Studierende nachvollziehbar.

Die Schrift Theodor Warners füllt somit sowohl in der Geschichte der Musikpädagogik nach dem Zweiten Weltkrieg als auch in der speziellen Auseinandersetzung mit der sogenannten „musischen Bewegung“ eine Lücke, die im musikpädagogischen Schrifttum bisher nur unbefriedigend geschlossen wurde. Last, but not least sei darauf hingewiesen, dass sie den Boden für Theodor W. Adorno bereitete, der ansonsten nie diese Schlagkraft entwickelt hätte.

Über die inhaltliche Seite hinaus ist das Buch ein Lesevergnügen für all jene Leser, die sich auch am Sprachstil eines anthropologisch orientierten Musikpädagogen mit philosophischem Tiefgang erfreuen können, der mit seiner profunden Kenntnis der europäischen Geistesgeschichte zu einem Autor sui generis avanciert.


182 Seiten
ISBN 978-3-929379-34-1, Erscheinungsjahr 2013
Preis: 24 €