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Musikpädagogik
Reihe "PianoPädagogik"
begründet von Ludwig Striegel, ab Band 8
herausgegeben von Linde Großmann und Ulrich Mahlert
Band 2
Ludwig Striegel
Neue Musik - ein Kinderspiel?
Klangabenteuer mit kleinen Klavierstücken des 20. Jahrhunderts
Inhalt: Neue Musik ist nach wie vor in Konzerten wie im Instrumentalunterricht
unterrepräsentiert - eine Tatsache, für die es viele Gründe, aber nur wenige Lösungen
gibt. Der Autor sieht im eigenen Spielen und im kreativen Umgang mit ihr den am meisten
erfolgversprechenden Weg, Barrieren abzubauen und Interesse zu entwickeln. Nach einer
Einführung in die Thematik werden Klavierstücke vorgestellt, die vom Schwierigkeitsgrad
her der Unter- und Mittelstufe zuzuordnen sind. Denn schon auf diesem Niveau gibt es
eine Fälle von Werken, die etwas von der Faszination dessen vermitteln, die diese Musik
als "neu" erfahren lässt. Dazu gehört die Begegnung mit ungewöhnlichen Kompositionssystemen
ebenso wie der Reiz ungeahnter Klänge. Hörerwartungen werden enttäuscht und entwickeln ein
Eigenleben in neuen Kontexten, zu denen die Verstörung als wesentliches Gestaltungsprinzip
gehört. Es wird ein Bogen gespannt von Liszt als Vorläufer im 19. Jahrhundert über die
Schönberg-Schule, Strawinsky, Bartok und die "Groupe des Six" bis zu den Klangvisionen
des Futurismus, Pärts meditativen Klängen, Minimalismen bei Philip Glass und Chick
Corea. Neue Klangerfahrungen vermitteln Stücke von Takács, Lachenmann sowie Kurtág,
in dessen "Spiele" sich Dimensionen und Grenzen Neuer Musik vielleicht am Radikalsten
zeigen. Die Besonderheit des Buches besteht darin, dass der Autor das "Neue" in der
Neuen Musik in der Vorstellung wenig bekannter oder auch in einer ungewöhnlichen
Sichtweise bekannter Stücke aufzeigt. Auf diese Art und Weise erweist sich die
Darstellung als aufschlussreiche Lektüre sowohl für die Leser, die einen ersten
Zugang zu Neuer Musik anstreben, als auch für Kenner der Materie, die offen sind
für neue Sichtweisen.
129 Seiten, zahlreiche Abbildungen
ISBN 978-3-929379-07-5
Erscheinungsjahr 2002
Preis: 16 €
Rezension 1:
Bereits das Fragezeichen im Titel des Buchs ist wohl schon als Anstoß
zum Nachdenken gemeint, denn was im Untertitel als 'Kleine Klavierstücke'
zunächst noch wenig spektakulär daherkommt, offenbart unter dem genauen
analytischen Blick des Autors einen Facettenreichtum und eine Faszination,
denen man sich beim Lesen kaum entziehen kann. In der Beschränkung auf kleine,
mehr oder minder leicht spielbare Stücke entfaltet Ludwig Striegel nämlich
eine Art Stilkunde der Musik des 20. Jahrhunderts (gleichsam en miniature)
und erobert für den Klavierunterricht damit nicht nur neue Ausdrucksdimensionen,
sondern lässt neuere Musikgeschichte zu einem spannenden, klingenden Erlebnis werden.
(üben & Musizieren 4/2002)
Rezension 2:
Derzeit Professor für Musikpädagogik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, zeichnet
sich Ludwig Striegel durch eine enorme pädagogische Erfahrung aus, die er als
Gymnasial- und Hochschullehrer, durch seine Tätigkeit am Staatsinstitut für
Schulpädagogik und Bildungsforschung, und nicht zuletzt durch sein Wirken
als Klavierlehrer erworben hat. Diese begleitet den Leser von der ersten bis
zur letzten Zeile des Buches in einer faszinierenden Mischung aus höchst
informativer und motivierender Begeisterung. Durch die Handreichung praktisch
umsetzbarer und auch humorvoller Herangehensweisen an die Musik des 20. Jahrhunderts,
fern von trocken-technischer Belehrung, profitiert der Leser in jeder Hinsicht.
Ein hervorragendes Buch, das jedem klavierpädagogisch Interessierten wärmstens zu empfehlen ist.
(NMZ 9/2002)
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